|
Die – individuellen Schwankungen
unterworfenen – „optimale“
tägliche Menge an Schlaf für
den Menschen sowie seine Verteilung
über den Tag ist wissenschaftlich
umstritten. Nachdem lange die negativen
Folgen von Schlafmangel im Mittelpunkt
der Forschung standen, geraten in
letzter Zeit zunehmend die offenbar
ebenfalls unliebsamen Folgen von
zu viel Schlaf ins Blickfeld. Dabei
scheint sich – nach großen
Studien in den USA und in Japan
– herauszukristallisieren,
dass die oft genannten „acht
Stunden am Tag“ schon zu lang
sind und das Optimum eher zwischen
sechs und sieben Stunden liegt,
was auch der Durchschnitts-Schlafzeit
in Deutschland entspricht (6 Stunden
59 Minuten laut einer an der Universität
Regensburg durchgeführten Studie).
Das
individuelle Schlafbedürfnis
des Erwachsenen schwankt etwa zwischen
6 und 10 Stunden und folgt ungefähr
einer Normalverteilung. Extreme
treten bei Säuglingen auf,
die bis zu 16 Stunden schlafen (über
den Tag verteilt), und bei alten
Menschen, deren Schlafbedürfnis
geringer ist („senile Bettflucht“).
Nach Meinung des Schlafforschers
Peretz Lavie ist von einem schlafgesunden
Menschen auszugehen, wenn dieser
sich bei einer täglichen Schlafdauer
von 4 bis 12 Stunden wohl fühlt.
Es
ist von entscheidender Bedeutung,
dass das individuell unterschiedlich
ausgeprägte Schlafbedürfnis
konstitutionell vorgegeben ist und
folglich nicht durch falsch verstandenes
„Training“ ausgeschaltet
oder längerfristig ignoriert
werden kann, ohne dass der Organismus
Schaden erleidet. Wer zu den Menschen
mit vermehrtem Schlafbedarf gehört,
sollte daher seinen alltäglichen
Lebensrhythmus nach Möglichkeit
darauf einstellen und sein Verhalten
entsprechend anpassen.
Weiterhin
sind innerhalb eines 24-Stunden-Tages
die Phasen maximaler und minimaler
Leistungsfähigkeit je nach
Typus unterschiedlich verteilt.
Vereinfachend kann zwischen einem
Morgentyp (->Lerche) und einem
Abendtyp (->Eule) unterschieden
werden. Der Morgentyp (z.B ein Frühaufsteher)
ist bereits früh am Morgen
fit und leistungsfähig, der
Abendtyp entwickelt unter anderem
als 'Nachtschwärmer' (auch
Nachtmensch) zu fortgeschrittener
Abendzeit nochmals ein Aktivitätsmaximum.
Im Jahre 2005 wurden die seit langem
bekannten genetischen Einflüsse
präzisiert, die hierbei eine
Rolle spielen (Period3-Gen).
Superschlaf
ist möglich, weil die Hormonausschüttung
erst nach dem Einleiten des Schlafs
beginnt. Wird man kurz nach dem
Beginn des Schlafes aufgeweckt,
so hat man möglicherweise eine
REM-Phase absolviert, besitzt aber
noch nicht so eine hohe Hormonkonzentration,
dass man gleich wieder einschläft.
|